Tee richtig zubereitet

Teezubereitungen zählen zu den ältesten Methoden, sich die heilenden Wirkstoffe der Pflanzen zu Nutze zu machen.

Dabei gibt es drei unterschiedliche Zubereitungsformen.

Heißwasserauszug (Infus)

Was ist das?

Beim klassischen Heißwasserauszug werden die wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Heilpflanzen auf schonende Weise extrahiert. Dieses Verfahren wird bei Blättern und Blüten mit flüchtigen Stoffen und fein zerkleinerten Rinden und Wurzeln angewendet. In Apotheken gibt es beispielsweise fertige Mischungen aus unterschiedlichen Heilpflanzen als „Arzneitees“. Natürlich können Sie sich auch die Pflanzenteile nach Geschmack und Heilwirkung selbst zusammenstellen. Getrocknete Pflanzenteile gibt es ebenfalls in Apotheken und in Reformhäusern.

Wie wird’s gemacht?

Ein Heißwasserauszug funktioniert vom Prinzip her genauso wie wir es von „normalen“ Teezubereitungen kennen. Dafür pro Tasse ca. zwei Teelöffel Droge (also die entsprechenden Pflanzenteile) oder den Teebeutel in eine Kanne geben und mit 200 ml heißem, nicht mehr kochendem, Wasser aufgießen. Zugedeckt gut 10 Minuten ziehen lassen und anschließend durch ein Sieb abseihen. Der Aufguss sollte warm getrunken werden.

Kaltwasserauszug (Mazerat)

Was ist das?

Beim Kaltwasserauszug werden nur die leicht wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Pflanze gelöst. Diese Methode kommt bei sehr hitzempfindlichen Heilkräutern wie z.B. Veilchen- und Malvenblüten zum Einsatz und eignet sich für Pflanzen, bei denen sich neben den erwünschten auch unerwünschte Stoffe (z.B. Gerbstoffe) unter Hitzezufuhr herauslösen würden.

Wie wird’s gemacht?

Für eine Tasse benötigt man gut zwei Teelöffel Droge und 200 ml kaltes Wasser. Beides in einer Kanne zugedeckt zwei bis acht Stunden ziehen lassen. Ab und zu umrühren. Nach dem Abseihen kann der Tee direkt getrunken werden.

Abkochung (Dekokt)

Was ist das?

In manchen Fällen löst sich der gewünschte Inhaltsstoff nur sehr schwer wie beispielsweise aus vielen Hölzern, Rinden oder Wurzeln. Dann müssen schwerere Geschütze aufgefahren werden: Bei der sogenannten Abkochung werden die zerkleinerten Pflanzenbestandteile bis zu dreißig Minuten in Wasser gekocht. Ingwerwurzeln sind wegen ihrer zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften besonders beliebt. Ingwer wirkt verdauungsfördernd, antibiotisch und immunstimulierend. Im Winter wärmt Ingwertee von innen, indem er die Durchblutung anregt. Weiteres Plus: Frische Ingwerwurzeln bekommt man in fast jedem Supermarkt. Die Ingwerwurzelstücke sollten mindestens zehn Minuten in heißem Wasser köcheln, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können.

Wie wird’s gemacht?

Zwei Teelöffel Pflanzenteile mit jeweils 200 ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Je nach verwendetem Rohstoff bis zu 30 Minuten zugedeckt sprudelnd kochen lassen, anschließend abseihen. Dekokte finden häufig Anwendung in der Traditionellen Chinesischen Medizin und der Phytotherapie.