Wer sich jetzt überlegt, ob er einen Wald mit Teich darin in der Nähe hat, ist allerdings auf dem berühmten Holzweg. Beim Waldbaden geht es um eine bewährte Entspannungs-Methode aus Japan.

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Das japanische „Shinrin Yoku“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „ein Bad in der Atmos­phäre des Waldes nehmen“ und ist in Japan bereits fester Bestand­teil der Gesundheits­vorsorge und seit den 80er Jahren aner­kannte Heil­methode. Nun findet das Wald­baden auch in Deut­schland immer mehr Anhänger.

Waldbaden entstresst

Wer sich im Wald aufhält – so zeigten Unter­suchungen – senkt seinen Blut­druck und reduziert Stress­hormone. Woran mag das liegen? Möglicher­weise ist es die Ruhe, die der Wald aus­strahlt oder aber es bedingt sich durch das besondere Klima, das er erzeugt. Fakt ist, dass die Atmos­phäre und das Klima im Wald ganz besonders sind: Die Kronen der Bäume halten die Sonnen­strahlen ab und die Bäume verdunsten Wasser. Es entstehen kühlere Tem­peraturen und die Luft­feuchtig­keit erhöht sich. Zudem pro­duzieren Bäume ganz nebenbei eine Menge Sauer­stoff und ätherische Öle. Phytonzide, die zum Schutz der Pflanze ab­gegeben werden, wirken außer­dem aus­gleichend auf den Menschen und das Grün der Bäume soll laut Farb­psychologie die Nerven beruhigen sowie das Immun­system stimulieren. Der richtige Ort, um Alltags­stress und Pflichten hinter sich zu lassen.

Waldbaden kann jeder

Vorweg sei gesagt: Für das Wald­baden gibt es keine Regeln und, es geht auch nicht darum, einen Baum zu umarmen. Viel­­mehr ist es Ziel, sich Zeit zu nehmen, um zu ent­schleunigen: Langsam laufen, sitzen, an einen Baum lehnen, erinnern, träumen und die grüne Atmos­phäre des Waldes mit allen Sinnen wahr­nehmen. Einfach inne­halten und bewusst erleben. Den sanften Luftzug auf der Haut spüren, auf das Vogel­gezwitscher horchen, die Rauheit einer Baum­rinde erfühlen oder den ätherischen Duft von Tannen­nadeln riechen – das ist Wald­baden. Versuchen Sie es selbst einmal. Tief ein­atmen und bewusst da sein. Das reicht schon, um die Wirkung des Wald­badens zu erleben.

Waldbaden und Erholung im Wald sind Trend

Wer es ganz pro­fessionell angehen will, kann selbst­verständlich auch diverse An­gebote rund um das Wald­baden in vielen Regionen Deut­schlands nutzen. Der Wald spielt z.B. auch in der Nieder­sächsischen Ladens­gartenschau 2018 in Bad Iburg eine Rolle. Hier gibt es speziell geschulte Führer, die in der Nähe des Baumwipfel­pfades eine Sinnes­reise moderieren.

Kein Wunder, denn Wald­luft ist staubarm, enthält kaum Reiz­gase und ist an­gereichert mit flüchtigen Ver­bindungen aus Bäumen, Moosen, Flechten und Pilzen sowie Mikro­organismen und Sporen. Aufgrund dieser Mischung gilt sie als besonders gesund­heitsfördernd.

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